Die Päpstin

Die Päpstin

November 9, 2009 in Movie Leave a reply

Die Frau wollte mal einen Film sehen. Kein Problem. Es wird wohl ein Frauenfilm, aber warum nicht. VORSICHT SPOILER

Also ging es auf nach Naumburg ins Cine..dings. Es war Sonnabend abend, das Kino war angenehm gefüllt. Ich kannte das Buch überhaupt nicht, ging also komplett unbedarft an die Geschichte ran.

ICH GEBE HIER NOCHMAL NE SPOILERWARNUNG

Es geht um Johanna, die Jüngste von drei Geschwistern. Ihr großer Bruder bringt ihr gegen den Willen ihres Vaters Lesen und Schreiben bei. Der Vater ist ein wunderbar fundamentaler, bornierter und dogmatischer Pfarrer, der seine Frau schlägt und erstmal davon ausgeht, daß Frauen überhaupt nichts können und sollen. Der große Bruder stirbt an einer Krankheit, es bewahrheitet sich, wer in einer Szene hustet, ist in der nächsten tot.

Der mittlere Bruder ist eher der Kämpfer, im Gegensatz zu Johanna aber geistig nicht die Leuchte. Er soll anstatt des intelligenten, verstorbenen Bruders auf die Domschule. Er will nicht, Johanna will, darf aber nicht weil Frau. Sie wird von einem “Hauslehrer” unterrichtet, der ihr Talent erkannt. Ihr Bruder wird auf die Domschule versetzt, aufgrund einiger Wirrungen gehen beide dort hin.

Wieder gibt es dort sture, einseitige Mönche, die ihre Verurteilung alles Weiblichen nach außen tragen. Schwarz-weiß kann dieser Film gut. Die Normannen reiten in der Schule ein und metzeln alles nieder. Johannas Bruder wird getötet, sie geht an seiner statt ins Kloster nach Fulda und lebt dort als Mönch. Dort macht sie sich einen Namen als Heiler.

Nachdem das Fieber sie heimsucht muß sie fliehen, da sie sich nicht im Kloster entkleiden kann. Sie wird von einer Familie aufgenommen, pilgert nach Rom, behandelt den Papst, bleibt (immer noch als Mann verkleidet) seine Leibarzt. Der Papst wird ermordet und Johanna wird…. genau. Filmtitel. Das Ende verrate ich nun nicht auch noch.

Wie wars denn? In Ordnung, unterhaltsam, die 2.5h hat man am Ende erst gemerkt, als Johanna auf dem Papstthron saß (“Zeigen die jetzt noch ihre ganze Regentschaft?”). Was nervt? Die Klischee-Bösen. Jeder trägt offen seine Einstellung nach außen und haut sie dem Publikum mit dem Holzhammer um die Ohren. Insbesondere Johannas Vater und dem Mönch in der Domschule möchte man eins mi dem Paddel geben. Was sonst? John Goodman gibt den Papst. Den Heiligen Vater assoziiere ich also mit “Roseanne” oder dem Kumpel vom “Dude”. Teile des Films wurden auf der Burg Querfurt gedreht. Auch viele Statisten wurden dort in der Gegend rekrutiert. Das kommentierten meine Nachbarn ausführlich. Jedes Mal, wenn ein Teil der Burg ins Bild kam “Das is Querfurt, ne. Eener aus meiner Klasse spackt da ooch rum, vielleicht seh ich ihn.” – “Ach, das is im Burggraben…” Würdest Du ihn empfehlen? Ich mag Historienschinken nicht, aber mir hat er gefallen. Ich würde ihn gucken, wenn er im Fernsehen kommt.

Years before, on this day...

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